Schmidt, Ariane LuisaAriane LuisaSchmidt2026-06-302026-06-302025-10-16https://dspace.ub.uni-siegen.de/handle/ubsi/9435Die Lehrer*innenbildung in Deutschland stellt ein komplexes Konstrukt unterschiedlicher Phasen, Ausbildungsinstitutionen, aber auch Akteur*innen dar. Die angehenden Lehrkräfte führen im Verlauf ihrer Ausbildung soziale Beziehungen zu einer Vielzahl an Personen. Mit einigen stehen sie in offiziellen Ausbildungsverhältnissen (z. B. Dozierende, Praktikumsbeauftragte). Andere sind keine offiziellen Ausbildner*innen der Lehramtsanwärter*innen, jedoch dennoch Teil ihres Ausbildungsalltags (z. B. Mitstudierende/-referendar*innen). Aus diesen offiziellen und inoffiziellen Ausbildungsakteur*innen ergibt sich ein soziales Netzwerk an Beziehungen, die maßgeblich die Professionalisierung der angehenden Lehrkräfte beeinflussen. Besagte Ausbildungsakteur*innen, die sozialen Beziehungen zu ihnen sowie deren Einflüsse auf die Professionalisierung sind anteilig bereits als Forschungsgegenstände zu identifizieren. Allerdings fehlt es bisher an einer netzwerkanalytischen Perspektive, die 1) die Entstehung und Veränderung der Netzwerke und 2) das Zusammenspiel der Akteur*innen hinsichtlich der Professionalisierung betrachtet. Die vorliegende Dissertationsstudie widmet sich der zweiten Phase der Lehrer*innenbildung und verfolgt das Ziel der Untersuchung sozialer Netzwerke von Referendar*innen im schulpraktischen Vorbereitungsdienst. Es gilt, die sozialen Netzwerke in ihrer Entstehung und Veränderung im Verlauf der Ausbildung sowie die Professionalisierungseffekte – durch Beziehungen und Interaktionen mit den Aus-bildungsakteur*innen – zu analysieren. Dazu wurden im Rahmen einer qualitativ-längsschnittlichen Studie 15 Referendar*innen in ihrem Vorbereitungsdienst begleitet und zu drei Erhebungszeitpunkten Netzwerkinterviews geführt. Diese wurden mithilfe einer Kombination aus der inhaltlich strukturierenden qualitativen Inhaltsanalyse und der qualitativ strukturalen Analyse ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Entstehungs- und Veränderungsprozesse sozialer Referendar*innennetzwerke durch fünf Faktoren erklären lassen: wahrgenommene Gestaltungsfreiheit, wahrgenommene Professionsunterstützung, wahrgenommene emotional-soziale Unterstützung, wahrgenommene Netzwerkbelastungen, wahrgenommene Funktion/Rolle der Ausbildungsakteur*innen. Außerdem konnten die Professionalisierungseffekte mithilfe der beiden Wirkmechanismen soziales Lernen und sozialer Druck erklärt werden. Für beide Mechanismen konnten zudem unterschiedliche Reaktions- bzw. Verarbeitungsarten herausgestellt werden, die sowohl zu professionalisierungsförderlichen als auch -hemmenden Effekten führen können.Teacher education in Germany is a complex system comprising various phases, training institutions, and stakeholders. Throughout their training, prospective teachers form social relationships with a wide range of people. With some, they have official training relationships (e.g., instructors, practicum supervisors). Others are not official trainers of the student teachers, yet they are still part of their daily training routine (e.g., fellow students or student teachers). These official and unofficial training stakeholders form a social network of relationships that significantly influence the professionalization of prospective teachers. These training actors, the social relationships with them, and their influence on professionalization have already been identified to some extent as subjects of research. However, there has been a lack of a network-analytical perspective that examines 1) the formation and change of networks and 2) the interaction among actors with regard to professionalization. This dissertation study focuses on the second phase of teacher education and aims to examine the social networks of student teachers during their practical training. The goal is to analyze how these social networks form and evolve over the course of the training, as well as the professionalization effects resulting from relationships and interactions with training stakeholders. To this end, as part of a qualitative longitudinal study, 15 student teachers were accompanied during their practical training, and network interviews were conducted at three different time points. These were evaluated using a combination of content-structuring qualitative content analysis and qualitative structural analysis. The results show that the formation and transformation processes of social networks among student teachers can be explained by five factors: perceived freedom of action, perceived professional support, perceived emotional and social support, perceived network burdens, and perceived function/role of training stakeholders. Furthermore, the professionalization effects could be explained using the two mechanisms of social learning and social pressure. For both mechanisms, different types of reactions and coping strategies were also identified, which can lead to effects that either promote or inhibit professionalization.deAttribution-NonCommercial-NoDerivatives 4.0 Internationalhttp://creativecommons.org/licenses/by-nc-nd/4.0/370 Erziehung, Schul- und BildungswesenLehrerbildungTeacher educationSoziales NetzwerkProfessionalisierungSoziale BeziehungenSocial networkSocial network analysisProfessionalisationProfessionalisierungsnetzwerke im Vorbereitungsdienst: Eine qualitativ-netzwerkanalytische Längsschnittstudie zu den sozialen Beziehungen angehender LehrkräfteProfessionalisation networks in pre-service teacher training: A qualitative, network-analytical longitudinal study of the social relationships of trainee teachersDoctoral ThesisScholl, Danielurn:nbn:de:hbz:467-94359