Wie erleben muslimische Studentinnen mit Kopftuch ihren Hochschulalltag? Welche Zuschreibungen und Erwartungen prägen ihre Erfahrungen? Dieses Buch rekonstruiert die alltäglichen Erfahrungen von Rassismus, die Studentinnen mit Kopftuch an deutschen Universitäten machen. Es zeigt anschaulich, wie Rassismus sich in alltäglichen Erfahrungen zeigt: bei der Erstsemesterwoche, bei der Bildung von Kleingruppen, bei der begeisterten Reaktion von Dozent*innen, die zeigen, dass sie bestimmte Aussagen von kopftuchtragenden Studentinnen nicht erwartet haben, aber auch in einem hohen Druck, keine Fehler machen zu dürfen und sich immer wieder beweisen zu müssen. Möglich geworden sind diese Rekonstruktionen, weil Meryem Can als kopftuchtragende Studentin Gruppengespräche geführt hat, in denen ein vertrauensvoller Raum für Erfahrungen geschaffen wurde, die sonst oft de-thematisiert werden.

