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    Erstleseliteratur: Theorie, Geschichte, Analyse und Wertung
    Band 2 der Reihe "Nachhaltigkeit ∞ Lesen ∞ Literatur" widmet sich der sogenannten „Erstleseliteratur“, einem in der Forschung bislang noch vernachlässigten Kindermedium. Er fokussiert sich auf die Bereiche Theorie, Geschichte, Analyse und Wertung, um darauf aufbauend didaktische Überlegungen abzuleiten. Zunächst wird der literarische Gegenstand der Erstleseliteratur genauer betrachtet. Dafür ist es notwendig, zunächst definitorische Annäherungen an das komplexe Kindermedium anzustreben, denn die Erstleseliteratur wird nicht nur häufig unterschiedlich weit (oder eng) gefasst, sondern ist auch entsprechend heterogen angelegt. Vorwiegend stehen dabei fiktionale Erstlesebücher in Printform im Fokus. Auch vermittelt der vorliegende Band einen Einblick in die Geschichte der Erstleseliteratur, ein weiteres bisheriges Forschungsdesiderat. Am Beispiel von zwei Erstlesekonzepten der Verlage Loewe und Arena, die seit Jahrzehnten Erstlesebücher im engeren Sinne veröffentlichen, steht eine Rekonstruktion der Entwicklungen im Bereich der Erstleseliteratur im Mittelpunkt. Auch die Perspektive von Autor*innenperspektive von Erstleseliteratur gehört zur näheren Erfassung des noch weithin unerforschten Bereichs des Genres dazu. Abschließend werden erstmals literaturwissenschaftliche Analysedimensionen für die Beschäftigung speziell mit Erstleseliteratur aufgestellt sowie Wertungskriterien entwickelt, um literarische Texte eingehender zu analysieren und bewerten zu können.
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    Jg.9, Bd.1 Stefanie Taschinski: „Leseförderung bedeutet für mich, Lesefreude zu wecken"
    Stefanie Taschinski war bereits Drehbuchautorin, bevor 2011 ihr erstes, gleich sehr erfolgreiches Kinderbuch "Die kleine Dame" erschien. Ihre poetische Sprache zwischen phantastischem und realistischem Erzählen orientiert sich an den Vorlieben junger LeserInnen. Ihr Engagement glt der Relevanz von Lesen und Vorlesen für eine gelungene literarische Sozialisation. Stefanie Taschinskis Kinderbücher folgen auf den ersten Blick Gattungsmustern des modernen Kinder- und Jugendromans. Themen, Konstellationen und Figuren sowie Sprache und Erzählweise greifen aktuelle Lebenswelten und Probleme auf, nehmen kindliche LeserInnen ernst, erzählen altersgemäß und zugleich narratologisch anspruchsvoll. Ihr Werk ist umfangreich und umfasst Vorlese- und Bildgeschichten, Erstlesebücher für Leseanfänger:innen sowie Kinderund Jugendromane. Eine Besonderheit ist die sprachliche Qualität ihrer Bücher, die, unabhängig von dem Lesealter, poetisch sind. Ihre Kinderromane changieren zwischen realistischem und phantastischem Erzählen, bieten den Leser:innen spannende Unterhaltung und eignen sich auch für ein eskapistisches Lesen. Zugleich dokumentiert ihr OEuvre eindrucksvoll, wie sich Kinderliteratur wandelt. Alltagsnähe, Probleme von Kindern und Erwachsenen sowie diverse Lebensformen blendet die Autorin nicht aus, aber sie stehen nicht im Fokus ihrer Geschichten.
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    Jg.8, Bd.1 Nina Weger: "Kinder vertrauen und etwas zutrauen"
    Nina Weger (Jg. 1970) gehört zu den spannendsten Stimmern der gegenwärtigen Kinderliteratur. Im Sommersemester 2021 hat die Autorin mit Studierenden nicht nur über ihre Werke, sondern auch über die Bedeutung und das Schreiben für Kinder diskutiert und auch für das vorliegende Werkstattgespräch zur Verfügung gestanden. Obwohl Nina Wegers Schaffen vielfältig ist und mit Preisen bedacht wurde, finden die Autorin und ihr Werk in der Forschungsliteratur noch recht wenig Beachtung. Umso wichtiger ist das mit diesem Heft verfolgte Anliegen, Nina Weger und insbesondere ihr Schreiben für Kinder und Jugendliche vorzustellen sowie literaturwissenschaftlich einzuordnen. Sie selbst sagt: "Mir ist es wichtig, den Kindern durch meine Geschichten zu sagen: 'He, du bist nie ganz allein mit deinem Problem. Irgendwo auf der Welt hat noch jemand dieses Problem, was heißt, dass es irgendwo auf der Welt auch jemanden gibt, der versteht, was da gerade bei dir los ist.' Dabei ist es mir immer ganz wichtig, eine Perspektive zu geben. Das muss nicht immer ein Happy End sein, aber vielleicht so etwas wie ‚ein Weg raus‘." Nina Wegers literarische Texte markieren teilweise den Übergang zum Jugendroman und entziehen sich literaturwissenschaftlichen Genrezuweisungen. Ihre Romane changieren zwischen den drei Untergattungen des modernen Kinderromans – problemorientiert, psychologisch, komisch.
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    Aktuelle Kriminalromane für ein junges Lesepublikum
    Das Genre des Kinder- und Jugendkriminalromans erfreut sich großer Beliebtheit, wurde bislang aber weder von der literaturwissenschaftlichen als auch literaturdidaktischen Forschung groß beachtet. Dabei bieten Krimis für Kinder und Jugendliche weit mehr als Unterhaltung. Eine genaue Analyse ausgewählter Kinder- und Jugendkriminalromane zeigt ihr Potenzial, nicht nur gesellschaftliche, politische oder sozialkritische Inhalte zu transportieren, sondern auch im Bereich Diversität neue Akzente zu setzen. Die hier ausgewählten Kriminalromane für Kinder und Jugendliche heben dieses Potenzial besonders hervor. Nach einer Einführung und Bestimmung des Gegenstands sowie einer Darstellung der historischen Entwicklung, werden in verschiedenen Einzelanalysen Kriminalromane für unterschiedliche Jahrgangsstufen vorgestellt. Diese stehen exemplarisch für deren Vielfalt. Ausgewählt wurden sowohl Serien als auch Einzelromane, die die jeweiligen Subgenres repräsentieren, sich tradierten Erzählmustern widersetzen sowie den Aspekt der Diversität thematisieren. Dabei spielt die Erstleseliteratur eine ebenso wichtige Rolle wie Romane für Kinder und Jugendliche. Im Fokus stehen Krimis von Franziska Biermann, Laura Schützsack, Kirsten Boie, Lisa-Marie Dickreiter/Winfried Oelsner, Andrea Schomburg, Fran M. Reifenberg/Gina Meyer, Sabine Ludwig, Erika Mann, Robin Stevens
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    Jg.7, Bd.1 Lena Hach: "Gute Leseerfahrung ist wie ein dickgewebter Teppich"
    (2019-01-01) ;
    Lena Hachs Kinder- und Jugendbücher folgen auf den ersten Blick inzwischen schon tradierten Gattungsmustern und Themen des modernen Kinder- und Jugendromans. Die Themen, Konstellationen und Figuren sowie Sprache und Erzählweise greifen aktuelle Lebenswelten und Probleme auf, nehmen kindliche und jugendliche Leserinnen/Leser ernst, erzählen altersgemäß und zugleich narratologisch anspruchsvoll. Lena Hachs Bücher überraschen aber auch mit Neuem und Ungewohntem und sorgen manchmal einfach nur für jede Menge unbelasteten Lesespaß. Insbesondere in ihren Jugendromanen findet sich der Sound der seit einiger Zeit erfolgreich auftretenden neuen Generation von Autorinnen/Autoren (wie Tamara Bach, Finn-Ole Heinrich oder Antonia Michaelis), die die Gefühls- und Gedankenwelt ihrer Figuren genial in Sprache überführen. Das vorliegende Werkstattgespräch enthält wie immer neben einer ausführlichen Einführung in das literarische Werk, ein Interview mit der Autorin sowie eine ausführliche Bibliografie.
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    Jg.6, Bd.1 Finn-Ole Heinrich: "Nicht alles auserklären"
    (2018-01-01) ;
    Finn-Ole Heinrichs bisher veröffentlichtes Werk zeichnet sich durch eine außergewöhnliche Vielseitigkeit aus und reicht vom Theaterstück bis zum Bilderbuch. Zu Beginn des Wintersemesters 2017/18 war der erfogreiche Autor zu Gast an der Universität Siegen und stand für ein Werkstattgespräch zur Verfügung. Er schreibt für Kinder und (junge) Erwachsene. Dabei entzieht er sich aber der Vorstellung von einem "Kinder-/Jugendbuchbuchautor": Weder die sprachliche Gestaltung noch die Erzählperspektiven noch seine Themen lassen eine klare Adressatenzuordnung zu und widersetzen sich der Erwartung an Kinder- und Jugendbuchliteratur. Die Analyse seines literarischen Werks für ein jüngeres Lesepublikum zeigt, dass sich hier auch Gattungen auflösen, die sich im Kinderroman seit den 1970er Jahre herausgebildet haben. Trotz der Vielseitigkeit seines bisherigen OEuvres lässt sich auf der sprachlichen Ebene ein besonderer Heinrich- Sound herausarbeiten. Im vorliegenden Band sollen sollen der Autor und sein Werk vorgestellt und literaturwissenschaftlich eingeordnet werden.
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    Jg.5, Bd.1 Sabine Ludwig: "Ich glaube nicht, dass Light-Texte zum Lesen animieren"
    (2017-01-01) ;
    Die Autorin Sabine Ludwig schreibt sehr erfolgreich für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Ihre Kinder- und Jugendromane wurden mehrfach ausgezeichnet. Im Sommer 2012 war sie zu Gast in Siegen, las aus ihrem Kinderroman "Die fabelhafte Miss Braitwhistle" und stand zu einem Werkstattgespräch und einem Interview zur Verfügung. Sabine Ludwigs Geschichten sind spannend, voller Witz und Ironie und sorgen für unbeschwerte und zugleich auch nachdenkliche Lesestunden. Es sind insbesondere die Figuren, die ihre Geschichten so liebens- und lesenswert machen. Es sind oftmals Kinder, die ein Dasein als Außenseiter leben, denen sie eine Stimme verleiht, ohne jedoch typisch 'Problemorientierte Kinder- und Jugendromane' zu schreiben - eher sind ihre Romane dem Gattungsmuster 'Komischer Kinderroman' zuzuordnen. Dennoch nimmt sie die jungen Leserinnen/Leser Ernst, kennt ihre Sorgen und Ängste und verpackt sie in spannende und lustige Geschichten. Ihr OEuvre ist insgesamt breit gefächert. Darüber hinaus übersetzt die Autorin aus dem Englischen, u.a. die Kinderbücher von Eva Ibbotson und Kate DiCamillo.
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    Literarische Miniaturwelten
    (2016-04-25) ;
    Umweltthemen und die Stärkung des Umweltbewusstseins werden in der Kinder- und Jugendliteratur auf ganz unterschiedliche Art und Weise angesprochen. Meist geht es um die Vermittlung von Themen wie Verantwortung und Nachhaltigkeit in Zeiten bedrohter Umwelten, aber auch um literarische Ansprüche und Fragen zur Ästhetik. Im vorliegenden Band wird der Umgang mit der dinglichen und sozialen Umwelt aus der Perspektive der literarischen Miniaturwelten in Puppengeschichten betrachtet. Der Kunstgriff, über die ‚kleinen Welten’ und die Puppen als literarische Akteure sowie über ihr Leben und ihren Tod einen ganzheitlichen Blick auf ökosystemische Lebenszusammenhänge und menschliche Entwicklungsprozesse zu erhalten, entpuppt sich dabei als eigenständiger und höchst erhellender Zugang zur Umweltthematik in der Kinder- und Jugendliteratur.
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    Jg.4, Bd.2 Elisabeth Zöller: "Mitgehen, Mitfühlen, Mitdenken"
    (2016-01-01) ;
    Elisabeth Zöller, eine der prägendsten Stimmen der deutschsprachigen zeitgeschichtlichen Jugendliteratur, las 2014 im Rahmen einer von Studierenden gestalteten Ausstellung zum Ersten Weltkrieg aus ihrem Roman "Der Krieg ist ein Menschenfresser". Sie war bereit, einige Fragen zu ihrem Werk und ihrem Schaffen zu beantworten, als Grundlage des vorliegenden "Werkstattgesprächs". Elisabeth Zöller wurde 1945 in Brilon geboren. Sie wuchs mit einer sozial engagierten Mutter und den Kriegserzählungen ihres Vaters auf. So begegneten ihr früh nicht nur die Alltagssorgen und -nöte von Menschen, sie erfuhr auch von der Unmenschlichkeit und Zerstörungskraft des gerade zu Ende gegangenen Zweiten Weltkrieges. Schon als Kind wollte sie Schriftstellerin werden, studierte zunächst jedoch Deutsch, Französisch, Kunstgeschichte und Pädagogik in München, Lausanne und Münster und arbeitete viele Jahre lang als Lehrerin. Elisabeth Zöller hat als Autorin ein bereits sehr umfangreiches Werk vorgelegt, das sich an sehr unterschiedliche Zielgruppen richtet, oft mehrfachadressiert ist und verschiedenen Genres zuzuschreiben ist. Der Schwerpunkt des vorliegenden "Werkstattgesprächs liegt auf der Analyse und Einordnung ihrer historischen Romane, die ihr OEuvre in besonderer Weise auszeichnen und in der Forschung viel Beachtung finden.
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    Jg.4, Bd.1 Tamara Bach: "Literatur kann Türen im Kopf aufstoßen"
    (2016-01-01) ;
    Tamara Bach schreibt Geschichten und Romane für Jugendliche. Mit ihrem Debütroman "Marsmädchen" gelang ihr 2003 der Durchbruch als Schriftstellerin, ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis. Für den Herbst 2016 ist ein weiterer Roman mit dem Titel "Vierzehn" angekündigt. Da Tamara Bach als Autorin erst seit einigen Jahren wahrgenommen wird, existiert bisher nur wenig Forschungsliteratur zu ihrem Werk. Deshalb soll das vorliegende Werkstattgespräch auch zur Auseinandersetzung mit ihren Texten und einer literaturwissenschaftlichen Einordnung ihres schriftstellerischen Schaffens beitragen. Die Wirkung der Romane von Tamara Bach resultiert nicht nur aus ihrer Konstruktion, sondern vor allem aus ihrer von der Kritik immer wieder gewürdigten Sprache: Neben atmosphärisch starken Dialogen verleihen innere Monologe, Bewusstseinsströme oder erlebte Rede den Texten eine hohe literarische Qualität. Die oft stark reduzierte, mitunter sehr direkte und schonungslose Sprache, die der mündlichen und medialen Kommunikationspraxis Jugendlicher zu entspringen scheint, schafft Nähe und Distanz zugleich und stellt auch ein besonders wirksames Mittel dar, das Lebensgefühl Heranwachsender einzufangen. Im Interview betont Tamara Bach, wie wichtig Literatur für die Anregung zum Selberdenken ist, aber: "Literatur ist kein erweitertes Schulzimmer."
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