University of Siegen

Permanent URI for this communityhttps://dspace.ub.uni-siegen.de/handle/ubsi/7

Browse

Search Results

Now showing 1 - 2 of 2
  • Some of the metrics are blocked by your 
    PublicationAccess status: Open Access ,
    "Ist das nicht die Gemeinschaft des Leibes Christi?" : Impulse aus der Ekklesiologie Johannes Calvins und Karl Barths
    (2013)
    Grundthese: Die Kirche ist als Leib Christi wesensmäßig Gemeinschaft. Die Gestaltung der empirisch sichtbaren Kirche als Gemeinschaft des Leibes Christi ist deshalb ein integraler Teil ihres Auftrags, Jesus Christus der Welt in Worten und Taten zu bezeugen. Im Apostolicum wird die Kirche als „Gemeinschaft der Heiligen“ be­zeichnet. Bereits im Al­ten Testament besteht die Beziehung Gottes zu den Menschen als Beziehung zu einer Ge­meinschaft. Die Gottesbeziehung einzelner Menschen steht immer im Dienst der Gemein­schaft. Im paulinischen Bild der Kirche als Leib Christi ist die Frage nach dem christlichen Glau­ben unlös­bar verknüpft mit der Frage nach der Kirche. Als Grundlegung ihrer Ekklesiolo­gie stellen sowohl Calvin als auch Barth die unio cum Christo in den Mittelpunkt. Die Ge­meinschaft untereinander ist unmittelbar in Christus gegründet. Indem sie Ekkle­siologie und Christologie miteinander verbinden, führen Johannes Calvin und Karl Barth Paulus’ Idee konsequent weiter. So wird in den Sakramenten nicht nur die Zugehörigkeit zu Christus bezeugt und erfahren, sondern ebenso die Zusammengehörigkeit innerhalb der Gemeinschaft der Glaubenden. Insbesondere das Abendmahl als menschliche Möglichkeit, christliche Gemeinschaft, also die Teilhabe am Leib Christi, erfahrbar werden zu lassen, ist hier von großer Bedeutung. Calvins Überlegungen zur „Kirchenzucht“ werden vor diesem Hintergrund verständlich als Sorge um die Gemeinschaft des Leibes Christi. Während Calvins Sorge sich vornehmlich nach innen, in die Gemeinschaft hinein, richtet, hat Barth vor allem die Verantwortung nach außen, gegenüber der Welt im Blick. Da er davon ausgeht, dass die unio cum Christo allen Menschen geschenkt ist, ist der Auftrag der Kirche durch ihren Zeugendienst vor al­len Menschen bestimmt. Der Zuspruch, als Kirche der Leib Christi zu sein, geht in eins mit dem Anspruch, als sol­cher seine Zeugin zu sein. Das wirkt sich nicht nur auf die theologi­sche Bestimmung der Kirche aus, sondern hat zugleich Konsequenzen für die Gestaltung der empirisch wahr­nehmbaren Kirche. Die Kirche gibt nicht nur in Worten, sondern mit ihrem ganzen Sein Zeugnis von der Versöhnung aller Menschen in Jesus Christus mit Gott. Nicht nur ihre Gottesdienste mit der Feier von Taufe und Abendmahl als sichtbarer Ausdruck ihrer Gemeinschaft, sondern ihre sichtbaren Strukturen insgesamt sind deshalb in sich verändernden gesell­schaftlichen Rahmenbedingungen stets aufs Neue auf ihre Nützlichkeit im Hinblick auf den Zeugendienst der Kirche zu über­prüfen. Die Spannung zwischen geglaubter und empi­rischer Kirche kann hierbei weder in die eine noch in die andere Richtung aufgelöst wer­den, sondern muss fruchtbar gestaltet werden. So müssen einerseits strukturelle Fragen immer auch theologisch reflektiert wer­den und andererseits theologische Erkenntnisse nach ihren strukturellen Auswirkungen befragt werden.
    Source Type:
      3  12
  • Some of the metrics are blocked by your 
    PublicationAccess status: Open Access ,
    Die integrierende Funktion der Ekklesiologie in der lutherisch-konfessionellen Dogmatik des Erlanger Kreises
    (1976)
    Das Erkenntnisziel der vorliegenden Untersuchung ist, die lutherische Theologie des 20.Jahrhunderts zu verstehen. Diese schien sich von der Theologie Luthers, auf den sie sich immer berief, weit entfernt zu haben, prägte aber dennoch weitgehend das Lutherverständnis. Man stößt mit dieser Frage bald auf die großen Transformationen des 19.Jahrhunderts. Das bedeutet für die lutherische Theologie, dass man der Theologischen Fakultät der Erlanger Universität begegnet. Hier war mit gezielten homogenen Berufungen innerhalb von 15 Jahren ein Kreis bedeutender Gelehrter zusammen gekommen, der das kreative Zentrum der lutherischen Theologie bildete. Statt ausführlicher Erklärungen mag ein schlichter Hinweis die Erlanger Situation beleuchten. In der 2. Hälfte des 19.Jahrhunderts studierten mehr als die Hälfte der Erlanger Studierenden Theologie. Sie kamen von überall her. Auch wenn die Universität Erlangen damals eine zwar moderne, aber kleine Universität war, ist es singulär, dass sie ihre Bedeutung vor allem dem Ansehen ihrer Theologischen Fakultät und deren Studierenden verdankte. Die Untersuchung führt zu zwei grundlegenden Ergebnissen. Zunächst wird herausgearbeitet, dass das Geschichtsverständnis, das sich im 19.Jahrhundert herausbildete, in die Theologie aufgenommen wurde. Dabei fällt Schellings Religionsphilosophie eine vermittelnde Funktion zu. Zum anderen erhält das Verständnis der Kirche eine zentrale und integrierende Funktion in der gesamten Dogmatik. Die Kirche als die gegenwärtig in ihrer Zeit lebende konkrete Gemeinschaft der Menschen, die durch ihren Glauben verbunden sind, ist das Subjekt ihrer Geschichte. Ihre "Form" wandelt sich mit dem Verlauf ihrer Geschichte, sie bleibt aber in ihrem "Wesen" bei allen Veränderungen mit sich selbst identisch. Diese grundlegenden Ergebnisse dienen als heuristische Prinzipien zur Entfaltung der Erlanger Theologie in ihrer Systematik im Einzelnen sowie zur Darstellung der besonders markanten Konzeptionen ausgewählter Gelehrter. Es mag sein, dass die Entfaltung der Erlanger Theologie in die Breite der sie tragenden Persönlichkeiten und ihrer Themen mehr zu deren Verständnis beiträgt als die grundlegenden Thesen selbst. Im 21.Jahrhundert ist erneut eine Interesse an der Theologie des 19.Jahrhunderts entstanden. Ein Motiv ist offensichtlich, dass die Relevanz eines theologisch reflektierten Geschichts- und Kirchenverständnisses wieder entdeckt wurde. Jetzt setzt die Fragestellung eine andere Selbstwahrnehmung voraus. Man befindet sich in der Situation unübersehbar vielfältiger Gestaltungen christlicher Gemeinschaften, die durch ihre jeweilige Geschichte bedingt sind, und sucht nach dem wesentlich Gemeinsamen.
    Source Type:
      3  19